Höhere Fachschulen benötigen klare Positionierung

17. April 2024

Professional Bachelor stärkt Image der höheren Berufsbildung

Die internationale starke Positionierung des Schweizer Bildungssystems benötigt einen Brush-up. Auch im Inland muss die höhere Berufsbildung klar positioniert werden.

Input der sfb-Direktorin Dorothea Tiefenauer
Seit Jahren steckt Bundesbern namhafte Mittel in die Werbung der Berufsbildung und der darauf aufbauenden Möglichkeiten. Bekannt ist die Kampagne mit Sprüchen wie «Lerne Mediamatikerin, werde Ingenieurin Robotik». Doch wie setzt sich Bundesbern für die Positionierung der HF-Stufe ein? Seit Jahren ein Thema, ist noch nichts entschieden oder gar umgesetzt.

Über 25’000 Abschlüsse gab es 2021 in der tertiären Weiterbildung. Rund 10’000 davon an Höheren Fachschulen, Tendenz steigend. Die höheren Fachschulen HF als Teil der höheren Berufsbildung sind somit im schweizerischen Bildungssystem von grosser Bedeutung. Sie versorgen die Wirtschaft mit spezialisierten Fach- und Führungskräften und ermöglichen Berufsleuten ohne Maturität eine Weiterqualifizierung auf Tertiärstufe.

Viele Lehrpersonen der Volksschule, aber auch Personen der Wirtschaft wissen nicht, wie sie die höhere Berufsbildung einordnen sollen. Vorstösse aus dem Parlament und Stellungnahmen verschiedener Akteure fordern, dass das Profil der höheren Berufsbildung gestärkt, die Qualität gesichert und die Attraktivität verbessert wird. Vor diesem Hintergrund läuft das Projekt «Positionierung höhere Fachschulen» im Auftrag des Bundesrates. Ziel ist es, die Positionierung der höheren Fachschulen national und international zu überprüfen und mit gezielten Massnahmen zu stärken.

Die Frage der Titelanerkennung ist dabei sehr relevant, insbesondere für die Industrie, welche Arbeitnehmende häufig im Ausland einsetzt. Seit 2021 ist in Deutschland etwa der Titel «Bachelor Professional» eingeführt. Wegen der internationalen Berufsvergleiche muss sich der Bundesrat nun erneut mit der Titeläquivalenz und der Aufwertung der höheren Berufsbildung befassen. Die sfb setzt sich mit ihrem Engagement in der Konferenz der Höheren Fachschulen (K-HF), der Konferenz der Höheren Fachschulen Technik (KHF-T) und der edu-suisse für die Zulassung des Titels «Professional Bachelor» für die praxisnahe Bildungsstufe der höheren Berufsbildung ein.

Die sfb ist überzeugt, die Schweiz tut gut daran, mit dem Willen und der sich verschärfenden Knappheit an gut ausgebildetem Personal vor allem im technischen Bereich, die höhere Berufsbildung auch international zu stärken. Dass andere Länder Interesse am Schweizer Berufsbildungssystem haben, zeigt, wie die Schweiz auch international damit punktet. So wird sie auch in Zukunft im Global Innovation Index auf Platz 1 rangieren. Voraussetzung ist, die Zeichen der Zeit werden erkannt und die notwendigen Weiterentwicklungen vorgenommen.