Im Lehrgang Maschinenbau der sfb steht Praxisnähe ganz oben auf der Agenda – und zeigt sich unter anderem im integrierten Workshop «Antriebstechnik», der in Zusammenarbeit mit der Schlatter Industries AG durchgeführt wird. Das Traditionsunternehmen mit Hauptsitz in Schlieren gehört seit über 100 Jahren zu den international führenden Anbietern von Widerstandsschweisssystemen und Webmaschinen. Mit rund 350 Mitarbeitenden weltweit entwickelt Schlatter modulare, langlebige und wirtschaftliche Systemlösungen für Kunden in unterschiedlichsten Branchen. Für die angehenden Maschinenbauprofis bedeutet diese Kooperation: direkte Einblicke in modernste Technologie, praxisnahes Wissen aus erster Hand und die Möglichkeit, von der Erfahrung eines global erfolgreichen Schweizer Industrieunternehmens zu profitieren.
Wir bedanken uns herzlich bei der Firma Schlatter Industries für den spannenden und lehrreichen Workshop.
Die praxisnahen Einblicke hinter die Kulissen haben unseren Lehrgang „Antriebs- und Getriebetechnik“ inhaltlich bereichert und wertvolle Verbindungen zur realen Anwendung geschaffen.
Sie haben am Workshop «Antriebs- und Getriebetechnik» im Lehrgang Maschinenbau HF teilgenommen – wie fanden Sie den Workshop?
Der Workshop war äusserst interessant. Die im Unterricht vermittelte Theorie liess sich im Workshop unmittelbar in die Praxis umsetzen, denn die Inhalte des Unterrichts und des Workshops waren hervorragend aufeinander abgestimmt. Besonders hervorzuheben ist, dass Beat Salvisberg, unser Dozent, aus der Praxis kommt und sich täglich mit der Thematik auseinandersetzt, was einen praxisnahen Workshop gewährleistet.
Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Es war besonders spannend, die Rechenbeispiele aus dem Unterricht in der Praxis an einer echten Anlage zu sehen. Diese praktische Anwendung der theoretischen Konzepte hat das Verständnis vertieft und gezeigt, wie die Theorie in realen Situationen angewendet werden kann. Dies hat den Lernprozess sehr bereichert und die Bedeutung der theoretischen Grundlagen verdeutlicht.
Inwiefern hilft Ihnen das Gelernte weiter – z. B. im Studium, im Beruf oder persönlich?
Momentan kann ich das Gelernte in meiner beruflichen Situation noch nicht anwenden. Dennoch war es eine wertvolle Erfahrung, die mein Wissen und Verständnis in diesem Bereich erweitert hat. Es könnte in zukünftigen beruflichen Situationen nützlich sein und hat mein Interesse an diesem Fachgebiet weiter gestärkt.
Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den anderen Teilnehmenden erlebt?
Der Umgang unter den Teilnehmern und mit den Betreuern des Workshops war sehr professionell und kollegial. Besonders erfreulich und bereichernd war der Austausch mit der Klasse aus Emmenbrücke. Diese Zusammenarbeit und der Austausch von Ideen und Erfahrungen haben den Workshop noch wertvoller gemacht und zu einer positiven Lernatmosphäre beigetragen.
Im Interview sfb-Lehrperson:
Beat Salvisberg, Lehrgang «Dipl. Maschinenbautechniker/-in HF»
Worum geht es beim Workshop «Antriebs- und Getriebetechnik» im Rahmen des Lehrgangs Maschinenbau HF?
Im Unterricht haben die Studierenden die Möglichkeit, eine Servoachse theoretisch zu berechnen und eine passende Motor-Getriebe-Kombination auszuwählen. Grundlage ist eine reale Achse, wie sie in einem Projekt der Firma Schlatter Industries eingesetzt wird. Beim anschliessenden Workshop vor Ort erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in die Praxis: Sie sehen, wie Schlatter Industries diese Achse umgesetzt hat – inklusive der tatsächlichen Wahl von Motor und Getriebe.
Ein Softwarespezialist führt gemeinsam mit den Studierenden Messungen am Indra Drive durch. Dabei gewinnen sie praktische Erkenntnisse über die Auslastung des Antriebssystems. Ausserdem erhalten sie eine Einführung in die wichtigsten Sicherheitsfunktionen des Reglers und sehen am Beispiel eines realen Steuerschranks, wie Antriebslösungen in der Industrie aufgebaut sind.
Der Workshop ermöglicht es den Studierenden, das im Unterricht erarbeitete Wissen direkt mit industriellen Anwendungen zu verknüpfen – ein wertvoller Schritt in der technischen Ausbildung.
Was ist das Hauptziel des Workshops?
Die Studierenden bekommen ein praxisnahes Gefühl dafür, wie sich die theoretisch ausgelegte Servoachse in der Realität verhält. Das liefert ihnen wichtige Erkenntnisse für ihre spätere Arbeit.
Welche Inhalte oder Kompetenzen stehen im Fokus?
Die Auslegung von Antriebssystemen ist ein komplexes Spezialgebiet und spielt eine wichtige Rolle im Maschinenbau. Sie erfordert interdisziplinäres Wissen und Erfahrung – etwa in Physik, Elektrik, Anlagen- und Antriebskonzepten sowie im Umgang mit verschiedenen Lastfällen und Anforderungen.
Im gesamten Modul lernen die Studierenden verschiedene Methoden kennen, mit denen sie solche Aufgabenstellungen erfolgreich bearbeiten können.
Was sollen die Teilnehmenden idealerweise nach dem Workshop mitnehmen oder können?
Mit viel Enthusiasmus lernen die Studierenden, einen Antrieb korrekt auszulegen. Nach dem Workshop haben sie wertvolle Inputs erhalten, die ihnen im Berufsleben helfen, in der Projektierung fundierte Entscheidungen zu treffen – insbesondere bei der Definition eines vollständigen Antriebsstrangs. Das spart Kosten in der Konstruktion und erhöht die Chance auf „First Time Right“.
Weshalb war der Workshop aus Ihrer Sicht erfolgreich?
Wenn junge, neugierige Menschen zusammenkommen und sich austauschen, funktioniert Zusammenarbeit besonders gut. Der Workshop war ein voller Erfolg! Mehrere Studierende haben sich bedankt, weil ich den Workshop organisiert habe und sie dadurch Praxisnähe erleben konnten. Ausserdem bietet der Workshop eine gute Gelegenheit, sich zu vernetzen und einen interessanten Arbeitgeber kennenzulernen.