Interview mit Stiftungsratsmitglied Bruno Cathomen

22. Juni 2021

Interview mit dem Stiftungsratsmitglied der sfb, Bruno Cathomen.

1. Herr Cathomen, Sie engagieren sich seit 2010 als Stiftungsrat der sfb. Was ist Ihre Motivation dieses Amt nebst Ihren anderen Tätigkeiten auszuführen?

Einerseits gibt mir dieses die interessante und sinnvolle Möglichkeit, mich persönlich für die praxisnahe, technische Weiterbildung von jungen Erwachsenen in der Schweiz zu engagieren. Ich habe schliesslich selber eine ausgiebige, gute Ausbildung genossen. Andererseits passt dieses Engagement sehr gut zu unserem Unternehmenswert, für kompetente und motivierte Mitarbeitende besorgt zu sein. Und schliesslich war es immer bereichernd, neben den unternehmerischen Herausforderungen im Geschäft, Einblick in die Welt der Weiterbildung zu erhalten.

2. Was war ein persönliches Highlight für Sie in Ihrer Zeit als sfb-Stiftungsrat?

Mich hat die hohe operative und strategische Professionalität der Schulleitung und die Breite der Themen, die wir im Stiftungsrat bei den diversen Sitzungen besprochen haben, beeindruckt. Der sfb-Stiftungsrat besteht paritätisch aus Vertretern der Sozialpartner der MEM-Industrie. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter haben naturgemäss nicht immer die gleichen Interessen und Prioritäten. Es war schon ein Highlight, dass wir während der letzten 10 Jahre im Stiftungsrat nie von Ideologien und Partikularinteressen aufgehalten wurden, sondern immer das Wohl und der Erfolg der Studierenden und die erfolgreiche Entwicklung der sfb im Zentrum stand. Dafür bin ich allen Stiftungsräten sehr dankbar.

3. Wo liegen Ihrer Meinung nach die speziellen Stärken der sfb?

Aus meiner Sicht in der praxisorientierten, methodisch gut abgestützten exzellenten Ausbildung von Fachleuten. Speziell ist auch, dass die sfb mit acht Ausbildungsstandorten in der Schweiz vertreten ist.

4. Wo sehen Sie zukünftige Herausforderungen für Höhere Fachschulen?

Die Digitalisierung und Technisierung wird in allen Bereichen und Berufsbildern voranschreiten und uns alle weiterhin fordern, aber auch neue Möglichkeiten eröffnen. Höhere Fachschulen müssen, wie andere Bildungsinstitute auch, unsere jungen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf die beruflichen Aufgaben von heute, aber eben auch auf die Bedürfnisse der Zukunft vorbereiten. Eine wesentliche Herausforderung, neben der effektiven Vermittlung von aktuell benötigtem Wissen, ist also auch künftige Know-How-Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und entsprechende neue, attraktive Ausbildungen zu entwickeln und bestehende anzupassen.
Das alles braucht Geld. Hier ist unser Stiftungsrat und die Geschäftsleitung, aber auch die Bildungspolitik insgesamt gefordert, um sicherzustellen, dass alle in der Schweiz weiterhin Zugang zu einer bezahlbaren und dennoch hervorragenden Aus- und Weiterbildung erhalten.

5. Wegen Corona musste die sfb von heute auf morgen von Präsenzunterricht auf Online-Unterricht umstellen. Ist Online-Unterricht der Weg der Zukunft?

Ausschliesslicher Online-Unterricht, wie wir ihn während der Corona-Zeit erleben mussten, scheint mir nicht der Weg der Zukunft zu sein. Lernen ist mehr als nur das Aneignen von Wissen. Der direkte Austausch mit seinen sozialen, emotionalen, spielerischen und eben auch physischen Aspekten, kommt meiner Meinung nach bei einer ausschliesslich virtuellen Ausbildung zu kurz. Aber der Online-Unterricht funktioniert. Er wird in Zukunft sicherlich seinen berechtigten Platz in vielen Ausbildungsprogrammen haben – neben anderen Ausbildungsmethoden.

 

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